Ratgeber · 13.08.2026
IFS-Audit: diese Doku prüft der Auditor wirklich
Vertrag, Stellplan, Trendanalyse, Korrekturmaßnahmen: welche Schädlings-Nachweise IFS-Auditoren sehen wollen, die häufigsten Abweichungen und die Vorbereitung.
Im IFS-Audit ist das Schädlingsmonitoring ein Pflichtkapitel — und eines der Kapitel, in denen Auditoren am gründlichsten nachfassen. Der Grund ist einfach: An der Schädlingsdokumentation lässt sich in Minuten ablesen, ob ein Betrieb sein Hygienesystem lebt oder nur führt. Dieser Beitrag zeigt, welche Nachweise der Auditor sehen will, welche Abweichungen in der Praxis am häufigsten vergeben werden — und wie sich ein Betrieb so vorbereitet, dass das Kapitel Schädlingsbekämpfung keine Punkte kostet.
Was der IFS vom Schädlingsmonitoring verlangt
Der IFS Food verlangt ein risikobasiertes Schädlingsbekämpfungsprogramm, das entweder durch einen qualifizierten externen Dienstleister oder durch nachweislich geschultes eigenes Personal betrieben wird. Risikobasiert heißt: Der Umfang — Zahl und Lage der Kontrollpunkte, Kontrollfrequenz, überwachte Schädlingsarten — muss aus einer Gefahrenanalyse des Standorts abgeleitet und begründet sein. Ein Standardprogramm „wie beim Nachbarn" reicht dem Auditor nicht, wenn Ihr Standort andere Risiken hat: offene Warenannahme, Wasserlage, angrenzende Brachfläche, Getreideverarbeitung.
Diese Dokumente prüft der Auditor
Vertrag und Qualifikation
Den Dienstleistungsvertrag mit definiertem Leistungsumfang, die Sachkundenachweise der Techniker und idealerweise die DIN-EN-16636-Zertifizierung des Dienstleisters. Dazu die Liste der eingesetzten Mittel mit Zulassungen und Sicherheitsdatenblättern — der Betrieb muss wissen und belegen können, was auf seinem Gelände ausgebracht wird.
Stellplan und Kontrollpunkt-Historie
Einen aktuellen Grundriss mit allen nummerierten Kontrollpunkten — und zu jedem Punkt die lückenlose Historie. Auditoren wählen stichprobenartig einzelne Stationen aus und wollen deren Einträge sehen. Fehlt eine Station aus dem Plan in der Realität (oder steht real eine Station, die im Plan fehlt), ist das eine sichere Abweichung.
Trendanalyse
Der Punkt, an dem die meisten Betriebe Punkte verlieren: Der IFS erwartet, dass Monitoring-Ergebnisse ausgewertet werden — Fangzahlen über die Zeit, je Zone und Schädlingsart, mit Bewertung. Steigen die Nachweise am Wareneingang drei Quartale in Folge, muss der Betrieb das erkannt und reagiert haben, bevor der Auditor es aus den Rohdaten herausliest.
Korrekturmaßnahmen mit Frist und Wirksamkeitsprüfung
Zu jedem Befund gehört die vollständige Kette: Befund → Sofortmaßnahme → Ursachenanalyse → Korrekturmaßnahme mit Verantwortlichem und Frist → Wirksamkeitskontrolle. Eine Excel-Zeile „erledigt" ohne Datum und Nachkontrolle hält dieser Prüfung nicht stand.
Die häufigsten Abweichungen im Kapitel Schädlingsbekämpfung
- Monitoring ohne Auswertung: Begehungsberichte liegen vor, aber niemand hat Trends gebildet oder bewertet — die Daten existieren, das System nicht.
- Befunde ohne geschlossene Maßnahmenkette: Der Dienstleister empfiehlt seit einem Jahr, das Rolltor abzudichten; passiert ist nichts, dokumentiert erst recht nichts.
- Unklare Verantwortung: Der Betrieb verlässt sich vollständig auf den Dienstleister — aber der IFS sieht die Verantwortung beim Standort. Es braucht einen benannten internen Verantwortlichen, der die Berichte prüft und Maßnahmen treibt.
- Veralteter Stellplan: Nach einem Umbau stimmen Grundriss und Realität nicht mehr überein.
- Lücken vor dem Audit: Drei Begehungen in den sechs Wochen vor dem Termin ersetzen kein Jahr Kontinuität — Auditoren lesen Datumsspalten zuerst.
So bereiten Sie das Kapitel stressfrei vor
- Jahresauswertung vom Dienstleister anfordern: Trends je Zone, alle Befunde, alle Maßnahmen mit Status — als ein Dokument für den Audittag.
- Stellplan gegen die Realität laufen: einmal durch den Betrieb, jede Station abhaken.
- Offene Empfehlungen schließen oder terminieren — eine begründete, terminierte Maßnahme ist auditfähig, eine ignorierte nicht.
- Zuständigkeit klären: Wer im Haus liest die Berichte, wer unterschreibt, wer eskaliert?
Unsere Monitoring-Verträge sind auf genau diese Prüfsituation gebaut: digitale Dokumentation je Kontrollpunkt, automatische Trendauswertung, Maßnahmenverfolgung mit Status und eine Jahresauswertung als Audit-Vorbereitung — kompatibel mit IFS-, BRC-, QS- und HACCP-Anforderungen. Wenn das nächste Audit ansteht: Wir prüfen Ihre bestehende Dokumentation im kostenlosen Erst-Audit und sagen Ihnen ehrlich, wo Lücken sind.
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